Bei der Behandlung der Suchterkrankungen legen wir das verhaltenstherapeutisch orientierte bio-psycho-soziale Krankheitsmodell zugrunde. Hierbei werden die drei Grunddimensionen menschlichen Erlebens im Sinne der ganzheitlichen Sichtweise einbezogen: Körper, Seele (Psyche) und Spiritualität.

Auf der körperlichen Ebene...

...erfolgt eine engmaschige allgemeinmedizinische und psychiatrische, ggf. medikamentöse, in jedem Falle aber organregenerierende und bewegungszentrierte Rehabilitation. Die Ernährung ist ausgewogen, regelmäßig und wird ggf. diätetisch den diagnostizierten internistischen Erkrankungen angepasst (bei Diabetes, Lebererkrankungen usw.). Die körperliche Leistungsfähigkeit wird je nach den individuellen individuellen Voraussetzungen des Einzelnen trainiert und verbessert.

Auf der seelischen (psychischen) Ebene...

...achten wir im Sinne des Selbstmanagementkonzepts darauf, dass der Patient ein tiefergehendes Verständnis der Suchterkrankung sowie evtl. weiterer psychiatrischer Erkrankungen, unter denen er leidet, erwirbt und ihm die psychische Lösung aus der Abhängigkeit ebenso möglich wird, wie die Veränderung sonstiger Verhaltensweisen, die zu Schwierigkeiten im Alltag führen. Wir fördern durch unsere verhaltenspsychologisch ausgerichtete Psychotherapie die Alltagskompetenz und Persönlichkeitsstabilität. Auf der sozialen Ebene wird in Zusammenarbeit zwischen Psychotherapeuten und Sozialarbeitern ein angemessener Umgang mit den entstandenen vielfältigen sozialen Problemen geübt. Behördliche Probleme werden nach guter Vorbereitung von dem Patienten in Eigenregie erfolgreich gemanagt oder es erfolgt eine direkte Begleitung zu Behörden, um einen sachlichen und angemessenen Umgang sicher zu stellen.

Auf der spirituellen Ebene der Sinnfindung..

...erlebt sich der Abhängige häufig ohne ein tragendes Lebensfundament und ohne einen verbindlichen Orientierungsmaßstab. Die Folgen sind u. a. mangelnde Stabilität bei existentiellen Lebenskrisen und höhere Haltlosigkeit und Frustrationsintoleranz bei Spannungs- und Belastungsfaktoren des alltäglichen Lebens. Motivation und Durchhaltefähigkeit werden von einer gelebten Spiritualität und festen Glaubensbeziehungen ebenfalls gefördert. Deshalb ist das Angebot von christlich geprägter Lebenshilfe ein Baustein der Behandlung, welcher von besonders am Thema interessierten Patienten durch den Besuch einer entsprechenden indikativen Gruppe vertieft werden kann. Letztlich bestimmt aber der Patient selbständig seine Schwerpunkte und trifft seine persönlichen Entscheidungen.