Suchterkrankungen Bei Männern

Suchterkrankungen bei Männern

70% der Suchtkranken sind Männer. Männer sind davon überzeugt, dass sie nicht in eine Krisensituation geraten (z.B. Abhängigkeit, d.h. der Verlust der Kontrolle vor dem Hintergrund der Forderung nach einem ‚trinkfesten Mann’) oder gar psychiatrisch krank werden dürfen. Insofern sind sie schlecht vorbereitet auf den Kontrollverlust bei Suchterkrankungen. Und wenn Männer schlecht auf so etwas vorbereitet sind, dann ist es nur folgerichtig, den ersten Anzeichen keine Bedeutung beizumessen, Symptome zu bagatellisieren. Wir bieten deshalb in unserer Klinik eine Männergruppe an, die in spezifischer Weise psycho-therapeutisch auf diese besonderen Schwierigkeiten eingeht.

Vorgehen für Betroffene

Patienten, die unter einer Suchterkrankung leiden, wenden sich bitte an die nächste Suchtberatungsstelle, um einen Antrag auf Rehabilitation zu stellen. Sie finden die für sie zuständige Suchtberatungsstelle, indem Sie bei Google einfach folgende Suche starten. Suchtberatungsstelle Ihr Wohnort

Für die Suchtberatungsstelle drucken Sie sich bitte den folgenden Flyer aus und legen diesen dort vor.

Kontaktaufnahme

Suchtberatungsstellen wenden sich bitte an die
Rehabilitationsklinik Serrahn
Am Pfarrhof 1, 18292 Serrahn
Tel.: 038456-625-13
Fax: 038456-625-27
Mail: info@rehaklinik-serrahn.de

Weiterführende Informationen zu Suchterkrankungen bei Männern

Sicher sind Männer leistungsbezogener, sie orientieren sich in ihrem Tun häufig an den Erwartungen, die an sie gestellt werden. Körper und Seele sollen dabei möglichst gut funktionieren und wenige Probleme machen. Das kann dann schnell dazu führen, dass leisere Signale nicht beachtet werden. Zwei zentrale Probleme gibt es im gesellschaftlichen Umgang mit Männern und Gesundheit. Zum einen werden bei Problemen häufig die Männer selbst verantwortlich gemacht, während bei Erkrankungen von Frauen in erster Linie davon ausgegangen wird, daß an deren Erkrankungen andere schuld sind (die „sozialen Umstände“). Hier gibt es also eine geschlechtsspezifische Schieflage, die wir bei der Suchtbehandlung von Männern berücksichtigen müssen. Zum zweiten glauben die Männer selbst, aber eben auch die Ärzte, Ehefrauen, Arbeitgeber usw., dass Männer selbst dann noch Herr der Lage sind, wenn sie eigentlich schon auf dem Zahnfleisch kriechen. Hier bedarf es eines Umdenkungsprozesses.

Die körperliche und seelische Abhängigkeit von Substanzen wie Alkohol ist eine psychiatrische Erkrankung, die unter dem Begriff „Sucht“ bekannt ist. Sie hat zu einem wesentlichen Teil genetische Ursachen. Darunter ist zu verstehen, daß Menschen mit einer Suchterkrankung viel größere Mengen des Suchtmittels konsumieren können, ohne z.B. bewußtlos zu werden, wie Gesunde. Eine größere Menge Alkohol zu konsumieren als der Durchschnittsbürger (z.B. 2 Liter Bier) läßt sich zwar bis zu einem gewissen Grad „üben“, führt aber bei demjenigen, der nicht die genetischen Voraussetzungen hat nicht dazu, daß er auf einmal 2 Flaschen Schnaps am Tag trinkt. Das Wesen der Suchterkrankung und ihr diagnostisches Hauptsymptom ist deshalb der Kontrollverlust. So nimmt sich der Suchtkranke vor, heute nur 2 Flaschen Bier zu trinken und stellt am Ende fest, daß er zwei Kisten Bier getrunken hat.