Posttraumatische Belastungsstörung

Für einige Suchtpatienten ist eine  posttraumatische Belastungsstörung PTBS sowohl als Ursache als auch als Folge der Suchterkrankung ein ständiger Begleiter und eine enorme Belastung. Menschen mit PTBS neigen aus verschiedenen Gründen sehr dazu, ihre Symptome (Schlafstörungen, Alpträume, Unruhe, Angst usw.) mit Alkohol oder Drogen zu behandeln. Patienten mit dieser Erkrankung werden bei uns medikamentös und psychotherapeutisch, hier auch mit EMDR, behandelt, denn die Symptome der PTBS behindern die Rehabilitation. Man darf jedoch nicht erwarten, daß die Therapie der PTBS während der Rehabilitation so weitgehend ist, daß die Beschwerden verschwinden, weshalb nach der Rehabilitation weitere psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung erforderlich ist. Wird die PTBS nicht behandelt, wird die Abstinenz nicht anhalten.

Vorgehen für Betroffene

Patienten, die unter Suchterkrankungen mit posttraumatischer Belastungsstörung leiden, wenden sich bitte an die nächste Suchtberatungsstelle, um einen Antrag auf Rehabilitation zu stellen. Sie finden die für sie zuständige Suchtberatungsstelle, indem Sie bei Google einfach folgende Suche starten. Suchtberatungsstelle Ihr Wohnort

Für die Suchtberatungsstelle drucken Sie sich bitte den folgenden Flyer aus und legen diesen dort vor.

Kontaktaufnahme

Suchtberatungsstellen wenden sich bitte an die
Rehabilitationsklinik Serrahn
Am Pfarrhof 1, 18292 Serrahn
Tel.: 038456-625-13
Fax: 038456-625-27
Mail: info@rehaklinik-serrahn.de

Suchterkrankungen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)

17% der Personen, die einer katastrophalen Bedrohung ihres Lebens im Zustand der Hilflosigkeit ausgesetzt sind, entwickeln eine PTBS. 83% nicht. Somit wird deutlich, daß auch bei der Entstehung einer PTBS offensichtlich vorbestehende Erkrankungen oder gar genetische Belastungen eine Rolle spielen müssen. Bei einer PTBS kann es viele Jahre im Leben eines Menschen geben, in denen er gar keine Symptome hat. Diese werden häufig erst dann (wieder) hervorgerufen, wenn er in Situationen kommt, die ihn an die Ursprungssituation erinnern oder wenn wohlmeinende Behandler ohne weitergehende Kenntnisse anfangen, die stumme PTBS bearbeiten zu wollen. Deshalb gilt: sind keine wesentlichen Symptome da und fühlt sich der Patient gar nicht oder kaum eingeschränkt, dann gibt es auch keine Therapienotwendigkeit. Sind jedoch die Symptome chronifiziert und schränken das Leben ein, so ist die Therapie, häufig über einen Zeitraum von mehreren Jahren erforderlich.

Die körperliche und seelische Abhängigkeit von Substanzen wie Alkohol ist eine psychiatrische Erkrankung, die unter dem Begriff „Sucht“ bekannt ist. Sie hat zu einem wesentlichen Teil genetische Ursachen. Darunter ist zu verstehen, daß Menschen mit einer Suchterkrankung viel größere Mengen des Suchtmittels konsumieren können, ohne z.B. bewußtlos zu werden, wie Gesunde. Eine größere Menge Alkohol zu konsumieren als der Durchschnittsbürger (z.B. 2 Liter Bier) läßt sich zwar bis zu einem gewissen Grad „üben“, führt aber bei demjenigen, der nicht die genetischen Voraussetzungen hat nicht dazu, daß er auf einmal 2 Flaschen Schnaps am Tag trinkt. Das Wesen der Suchterkrankung und ihr diagnostisches Hauptsymptom ist deshalb der Kontrollverlust. So nimmt sich der Suchtkranke vor, heute nur 2 Flaschen Bier zu trinken und stellt am Ende fest, daß er zwei Kisten Bier getrunken hat.